Heiteres Verwirrspiel im Reich der Elfen

Der Kultur- und Festspielverein Bruck zeigt Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ in der Bearbeitung von Erich Furrer.
Von UIrike Wolf MZ-Artikel 18.07.2015

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 BRUCK.Seit zehn Jahren ist der Kultur- und Festspielverein Bruck aktiv. Nach dem Festspiel „Macht und Minne“ wandten sich die eifrigen Laienschauspieler verschiedenen Theaterstücken zu. Dieses Jahr war Shakespeare dran mit der Komödie „Ein Sommernachtstraum“ in der Bearbeitung von Erich Furrer. „Shakespeare schrieb Stücke für den Hof und das Volk“, bemerkte Vorstandsmitglied Inge Gleixner. Sie und Robert Feuerer stellten in wenigen Sätzen auch den Inhalt des Stückes vor.
Puck richtet großes Chaos an

Eine Gruppe Handwerker will zur Hochzeit von Fürst Theseus ein Stück aufführen. Zur ungestörten Probe verabreden sie sich im Wald. Ungestört sind sie hier aber nicht: Zwei Liebespaare verstecken sich hier und außerdem ist der Wald das Reich von Oberon und Titania mit ihren Elfen. Oberon möchte mit Hilfe einer Zauberblume den Streit mit seiner Gattin beenden und auch die unglückliche Liebe der Menschen heilen. Diese Aufgabe überträgt er Puck, der aber alles verwechselt und so großes Chaos anrichtet.

Es spielt in verschiedenen Welten, der realen und der Fantasiewelt. Gut wurde dies auch durch die Kostüme sichtbar: die Handwerker trugen beige und gedeckte Farben, die Fantasiegeschöpfe bunte und schillernde Kostüme wie die Pfauenhauben von Oberon und Titania, ihr mit Blättern besticktes Kleid oder die bunte Perücke und den Blütenmantel von Puck. Auch die Kostüme der Liebespaare waren in denselben Farben gehalten.
Realwelt leicht modernisiert

So hatte Lysander eine gelbe Krawatte um den Hals, passend zum gelb-weißen Kleid von Hermia. Ebenso fand sich das hellblau von Helenas Kleid wieder an Demetrius‘ Krawatte. Auch Fürst Theseus und sein Gefolge hatten prächtige Gewänder an, um sich von den einfachen Handwerkern abzusetzen.

Furrer hat sich inhaltlich an die Vorlage Shakespeares gehalten, gerade bei den Szenen in der Fantasiewelt der Elfen viele Zitate oft sogar wörtlich übernommen. Leicht modernisiert hat er in der Realwelt: So wird Hermia, wenn sie nicht Demetrius heiratet, mit dem Tod oder dem Kloster gedroht (im Original: Verbannung) oder der Helena kommt dann schon mal ein „Na super“ aus, als sich nun Demetrius und Lysander in sie verlieben. Auf der Bühne kämpfen sie wild um die schöne Helena – und diese gegen Hermia, weil sie ein abgekartetes Spiel vermutet. Puck hat an den Reibereien der Menschen seinen Spaß – das sieht man der erfahrenen Darstellerin absolut an.

Auch die heiße Liebe, die alle plötzlich für die Falschen empfinden, kam gut rüber und beim Stück der Handwerker gab es einige Highlights. Hier brillierte besonders Zettel als Allroundtalent. Die neuen Darsteller fügten sich gut in die Gruppe ein und gaben ihr Bestes. Ob bis zur Fürstenhochzeit wieder alles gut wird und wenn ja, wie? Da heißt es, einfach ins Freizeitzentrum fahren und sich am Wochenende das Stück ansehen.

Regie führte Karin Michl; Maske: Martina Preßkott, Marion Grimm, Kostüm- und Plakatentwurf: Lara Hasenbach. Weitere Aufführungen sind am Samstag, 18. Juli und Sonntag, 19. Juli um jeweils 20 Uhr auf dem Gelände des Freizeitzentrums Bruck. Der Eintritt kostet elf Euro. Für alle Vorstellungen gibt es noch Karten an der Abendkasse. Die Vorpremiere am Donnerstag besuchten 70 Leute.

Weitere Fotos sehen Sie im Internet auf www.mittelbayerische.de / Region Schwandorf.