Die Festspieler betreten 2016 Neuland

Die Festspieler betreten 2016 Neuland

Die Brucker Theatergruppe greift den Stoff der Filmkomödie

„Eine ganz heiße Nummer“ auf und inszeniert im Herbst „Der Zug“.

MZ Artikel 24.11.2015 A. Feuerer

Ganz heiße NummerDie Schauspielerinnen Bettina Mittendorfer, Gisela Schneeberger und Rosalie Thomass
während einer Drehpause zum Kinofilm „Eine ganz heiße Nummer“.Foto: dpa

Bruck. Nach der Aufführung ist vor der Aufführung, das gilt für große Schauspielhäuser genauso wie für kleine Theater. Auch beim Kultur- und Festspielverein Bruck ist dies nicht anders. Kaum war in diesem Jahr der letzte Vorhang des Marktspielsommers gefallen, haben sich die Verantwortlichen schon Gedanken über das nächste Stück für 2016 gemacht. Nach eingehender Beratung haben sie sich dazu entschlossen, im kommenden Jahr ein ganz anderes Genre zu wählen.

Kamen in den vergangenen Jahren eher klassische Stücke auf die Bühne, so wird im kommenden Jahr mit dem Stück: „Eine ganz heiße Nummer“ Neuland betreten. Dieses Stück feierte 2011 als deutsche Filmkomödie einen Erfolg. Eine der Hauptrollen hatte im Film die bekannte Kabarettistin Monika Gruber.

Geschrieben hat das Stück Andrea Sixt, und es erzählt die Geschichte von drei berufstätigen Frauen unterschiedlichen Alters, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Der Lebensmittelladen, in dem die drei bisher gearbeitet haben, macht dicht und alle drei plagt die Angst vor der Arbeitslosigkeit. Doch aufgeben kommt für alle drei nicht infrage. Und so entsteht eine „unmoralische“ Geschäftsidee, die der bekannten Devise folgt: Sex sells – immer und überall. Beherzt greifen die drei Mädels zum Telefonhörer, und nach einigen Anlaufschwierigkeiten macht die Telefonsex-Hotline nicht nur ihren Geldbeutel, sondern auch unzählige Männer im Dorf glücklich.

Damit aber noch nicht genug: Für den Oktober 2016 hat sich der KuF noch ein weiteres Objekt vorgenommen. „Der Zug“ – Erinnerungen an einen Krieg – ist genau das Gegenteil der Komödie, die zuvor im Sommer gespielt werden wird. Im Heimat- und Bauernmuseum in Mappach wird dann die Geschichte von David und Clara erzählt, die mit dem Zug auf dem Weg nach Amsterdam sind.

Doch dieser Zug hält unvermittelt auf freier Strecke an. Die Zeit wird lang und David erinnert sich an eine Situation vor vielen Jahren. Auch damals saßen er und Clara in einem Zug, der auf freier Strecke hielt. Damals war es ein Viehwaggon, und David und Clara trugen gelbe Sterne auf ihrer Kleidung. Der Einakter, geschrieben von Carl Slotboom, erzählt vom Schicksal des jüdischen Paares, das im stillstehenden Zug von seinen Erinnerungen an Deportation und Holocaust übermannt wird.

Die Rollen hat Karin Michl, sie hat wieder die Regie für beide Stücke übernommen, schon verteilt, die Drehbücher sind zum Großteil schon bei den Akteuren angelangt und in einigen Wochen werden sich die Darsteller bereits das erste Mal treffen, um das Projekt, „Marktspielsommer 2016“ in Angriff zu nehmen. (tfe)

Eine heiße Nummer wird vom 14. bis 17 Juli auf der Freilichtbühne hinter der Mehrzweckhalle aufgeführt und das Stück der Zug vom 07. bis 09. Oktober im Heimat- und Bauernmuseum in Mappach. (tfe)