Romeo und Julia auf der Gemsen-Alm "Mords Theater"

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Romeo und Julia auf der Gemsen-Alm
Bühne im Meisl-Saal erfolgreich eingeweiht

Unterhaltung pur gab es am Samstag im neu renovierten „Meisl-Saal" bei der Aufführung des Schwanks „Ein mords Theater". Ein schriller und skurriler Regisseur Namens „Hubertus Sauer" hat dabei seine liebe Not, seinen Auftrag bei einer „sturen" und „erzkonservativen" Theatergruppe" zu erfüllen.

Wie Kultur- und Festspielvereins-Vorsitzender Thomas Giptner nach der Begrüßung der rund 150 Besucher meinte, will man im Kulturleben in Bruck keine Langeweile aufkommen lassen. Man habe sich deshalb dazu entschlossen, mit einem Einakter aufzuwarten. Für das rund einstündige Stück nach dem Schwank „Theater macht Freude" von Claudia Gysel wurde seit September geübt. Er bedankte sich bei den sechs Darstellern und besonders bei Karin Michl für die Regie und bei Edith Seebauer für die Gestaltung der Kulissen und des Bühnenbildes.

Auf der Bühne im neuen „Meisl-Saal", der sozusagen von der Theatergruppe des Kultur- und Festspielvereins „eingeweiht" wurde, ging es dann kernig, derb, süffisant und skurril zur Sache. Die Julia, eine „alpenländisch" gekleidete Sennerin von der „Gemsen-Alm", dargestellt von Christa Steiner, und der Roman, ein fescher etwas durcheinander angezogener „Flachland-Typ", gespielt von Marion Finken, warten ungeduldig auf ihre Schauspielkollegen und natürlich auch auf den Regisseur. Nach und nach trudeln dann ein: der mondän und fein gekleidete Feriengast „Madam Agnes", gespielt von Agnes Feuerer, und der Bauer Sepp mit kurzer Krachledernen und Tiroler-Hut. Der Sepp, von Stefan Schwarzmayr gespielt, wird von der „Meisl-Wirtin" (Petra Duschinger) sogleich lautstark darauf hingewiesen, dass er ja nicht mit seinen durch Kuh-Scheiße verdreckten Schuhen den neuen Boden im Saal beschmutzen soll, weil dies vom Bürgermeister nicht gerne gesehen werde.

Lauthalses Gelächter von den Zuschauern und Erstaunen beim „Schauspiel-Ensemble" gab es anschließend, als der Regisseur „Hubertus Sauer" auf der Bühne erschien. Ein komplett „abgefahrener", schriller Zeitgenosse, der sein Haar vermutlich durch in Verbindung mit der Steckdose auf Form bringt. Nachdem sich der Regisseur, gespielt von Karl Steiner, einige Spielsequenzen der „Schauspieler" vorführen lässt, bleibt im die Spucke weg. Ihm ist nicht bekannt, dass das Stück „Die Julia und der Sepp auf der Gemsen-Alm" gespielt wird. Es gibt durch ihn laufend Unterbrechungen bei den Proben bis irgendwann sowohl er als auch die Darsteller den Lapsus bemerken. Anstatt „Romeo und Julia" einzustudieren, hat die ländliche Theatergruppe das Stück „Die Julia und der Sepp auf der Gemsen-Alm" geprobt und sich darauf voll in Ausdruck und Sprache eingestellt. Dann wird schließlich doch noch versucht „Romeo und Julia" in „Bauernmanier" hinzukriegen.

Die Darsteller erhielten sehr viel Applaus. Sie überzeugten alle, vor allem in Ausdruck und Mimik. Am Sonntagabend ging das Stück nochmals über die Bühne. Die Souffleusen Edith Seebauer und Katrin Marschalt brauchten nicht helfen.