Schauspieler wissen erneut zu begeistern

 

 

Schauspieler wissen erneut zu begeistern
Festspiel „Macht und Minne" gewinnt durch Kürzungen / Wettergott gerade noch gnädig

 

 

 

 
 

Bei der zweiten Auflage des Brucker Festspiels „Macht und Minne" standen die Darsteller – einige Hauptrollen mussten nach internen Querelen neu besetzt werden – den Leistungen bei der Uraufführung im Vergleich zum Vorjahr in nichts nach. In etwas zeitlich gekürzter Fassung, auf das Rahmenprogramm wurde fast gänzlich verzichtet, ging das vom Brucker Kultur- und Festspielverein aufgeführte und im frühen Mittelalter spielende Stück unter der Regie von Hubert Süß am vergangenen Wochenende drei Mal über die Bühne. In Anbetracht der Mühen und des Aufwandes im Vorfeld sowie der Leistungen der Mitwirkenden hätten die Akteure mehr Zuschauer und Besucher des Festspiels verdient. Dennoch ernteten die Darsteller für die hervorragenden Leistungen langanhaltenden Beifall.

Die Schirmherrin Inge Gleixner und 1. Bürgermeister Joachim Hanisch begrüßten am Freitag – am ersten Spieltag von insgesamt drei – zur zweiten Auflage des Festspiels „Macht und Minne" rund 150 Zuschauer am Marktplatz. Joachim Hanisch meinte zu Beginn seiner Begrüßung, dass es gar nicht so leicht sei, es beim zweiten Mal so gut zu machen wie bei der Erstaufführung. Er bedankte sich beim Ensemble für das Engagement und begrüßte besonderes die Schirmherrin Inge Gleixner sowie die Bürgermeister Albert Bauer aus Bodenwöhr und Wolfgang Bayerl aus Neunburg vorm Wald, Pfarrer Helmut Brunner sowie weitere Ehrengäste. Trotz einer Menge Schwierigkeiten sei es gelungen, die Leute zu ermuntern, weiter zu machen und das Festspiel aufzuführen. Er bedankte sich in diesem Zusammenhang besonders bei Regisseur Hubert Süß und der für Ausbildung der Darsteller zuständigen Karin Michl.

Schirmherrin Inge Gleixner schloss sich den Ausführungen des Bürgermeisters an und meinte, dass sie die Schirmherrschaft für das Festspiel gerne übernommen habe und wünschte sich für alle drei Aufführungen schönes trockenes Wetter. Am Freitag konnte ohne Probleme „von oben" bis zum Ende das Spiel aufgeführt werden, am Samstag dagegen kam eine Viertelstunde vor Spielende Gewitterregen auf, dennoch wurde bis zum Ende gespielt.
Kurz zum Inhalt des zwei Stunden andauernden Stückes: Eine Kaufmannstochter, Carolina Weber aus Nittenau, verliebt sich in Kilian Tucher den Sohn der Brucker Tuchhändlers-Witwe Anna Tucher. Bruck erhält das Marktrecht und so kommt der wenig geschätzte Kilian als geschäftlicher Konkurrent zu Ansehen und Vermögen.

Die Liebesgeschichte zwischen Kilian und Carolina wechselt sich ab mit machtpolitischen Intrigen und Streitigkeiten zwischen dem Brucker Magistrat, dem Pfleger von Prukk sowie den Vertretern des Hauses Wittelsbach. Noch dazu ist der Nittenauer Geschäftsmann Lorenz Weber nicht damit einverstanden, dass jetzt mit Kilian Tucher ein „dörflicher Emporkömmling" ihm Prestige und Umsatz wegnehmen.

Die zahlreichen Auseinandersetzungen spielten sich im Bereich der am Marktplatz aufgebauten Bühnenbilder ab. Es herrschte auch Markttag in Bruck. Allerlei Tuch gab es zu kaufen und das Fischweib verschleuderte die „Brucker Karpfen" unters Volk. Bei „Alberta", Wirtin von Prukk, wurde gesoffen, geflucht und so manche unschöne Vorhaben besprochen. Chaim, der Jude, war auch vertreten und nahm einen Silberkrug der in finanziellen Schwierigkeiten gekommenen Tuchhändlerin in Zahlung. Ein Hornist kündigten die Auftritte der jeweiligen Personen und Gruppen an, wobei das „Blasinstrument des Hornisten vermutlich etwas verstopft war und dadurch vermutlich die Signale verfremdeten. Die Hörner der Jägerschaft konnten sich dagegen hören lassen.

Schließlich findet nach zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien die Beziehung von Kilian Tucher aus Bruck und Carolina Weber aus Nittenau ein gutes, gemeinsames Ende. Lorenz Weber, der einen tödlichen Anschlag in Auftrag gab, wird vom Richter, Wigand der Hofer, nicht zum Tode verurteilt, sondern „nur" lebenslang ins Kloster verbannt.

Für die schauspielerischen Leistungen der Laiendarsteller gab es lang anhaltenden Applaus.